[Kurzrezension] Der Gott der Diebe #1 - Libellenmagie

Der Gott der Diebe #1
Libellenmagie
Autor: B.E. Pfeifer
Herausgeber TB: BoD
Verlag: /
Seitenanzahl: 320 Seiten
ET: 20.05.2020
ISBN-13 : 978-3752895063
Quelle





Wow! Dieses Buch hat sich selbst gerettet! Die Mitte zog sich in die Länge, aber der Beginn und das letzte Drittel rettete es und es wurde noch richtig, richtig spannend! 

Eigentlich will Hermes nur ein ruhiges Leben führen, unbehelligt von den anderen Göttern und mit gelegentlichen Spezialaufträgen als Dieb. Denn diese Aufträge lenken ihn von der einen Sache ab, die er nicht haben kann, und zwar Shenan, seine Vorgesetzte im Museum.
Als eines Tages der wohlhabende Mr Bourne auftaucht, um Hermes für einen Diebstahl anzuheuern, weiß dieser bereits, dass etwas mit seinem Auftraggeber nicht stimmt, und will ablehnen. Doch Mr Bourne nutzt die Zuneigung des Gottes zu Shenan und bringt ihn so dazu, gemeinsam mit ihr nach Bangkok zu fliegen, um ein Armband zu stehlen.
Allerdings ahnt Hermes zu diesem Zeitpunkt noch nicht, mit welchen Mächten er sich einlässt, und stolpert so ungewollt in ein lange verschollenes Geheimnis: jenes der Libellenmagie. (© B.E. Pfeiffer)

Hermes…der Götterbote ist mir nicht unbekannt, aber er als Protagonist ist er mir neu. Ich kann mich an kein anderes Buch erinnern, wo der Gott so im Mittelpunkt steht. Diese Tatsache und dass das Buch von B.E. Pfeiffer ist, waren für mich Grund genug die Trilogie lesen zu wollen. Gesagt getan. Bücher wurden komplett bestellt, um mögliche Kliffhange gleich entgegenwirken zu können!

Hermes ist unsterblich und hat sich schon vor Jahrhunderten vom Olymp und deren Spielchen losgesagt. Götter ziehen nämlich ihre Göttlichkeit aus der Lebenskraft der Menschen und Hermes wollte für seine Macht keine Menschen mehr leiden lassen. Nun wechselt er alle paar Jahre seine Identität und arbeitet aktuell als Harrison in einem kleinen Museum.

Die Götter kommen hier oft nicht allzu gut weg. Vor allem die griechischen Götter, denen Hermes ja angehört, sind egoistische, machtbesessene Idioten, die ihren Kram scheinbar trotz Unsterblichkeit (oder vielleicht gerade deswegen) nicht in den Griff bekommen. Hermes scheint echt der einzige Gott mit Anstand zu sein und das bekommt er oft genug zu spüren. Wenn man kein Mistkerl ist, bekommt man echt einiges ab. Armer Hermes, aber für seine Ideale hat er meinen größten Respekt.
Die Idee fand ich mega und auch wie das alles mit den anderen Götterkulturen zusammenhängt – so cool!

Doch bei anderen Themen musste ich leider ziemlich oft die Augen verdrehen. Hermes ist eigentlich echt okay, immerhin ist er charmant, durch die Göttlichkeit (die er nicht ganz abstreifen kann) fliegen (fast) alle Frauen auf ihn und er kann beschützend und fürsorglich sein. Doch im Beisein von Shenan mutiert er entweder zum Mistkerl (nur zu ihrer Sicherheit, wie er immer wieder gedanklich erklärt) oder er schmachtet ihr hinterher und bereut gleichzeitig, dass er sie nicht lieben dürfte. Und dieses Geschmachte kommt leider im Mittelteil ziemlich ausgeprägt vor, sodass ich da ziemliche Probleme hatte überhaupt weiterzulesen.
DOCH – und das spricht definitiv für das Buch – war von meinem persönlichen Unmut plötzlich nichts mehr da, als im letzten Drittel die Spannung rasant stieg. Auf einmal war an Aufhören nicht mehr zu denken und die Seiten flogen dahin!

Besonders fand ich noch, dass das ganze Buch aus Sicht von Hermes geschrieben ist, also seine Sicht, seine Gedanken, sein Wissen! Dabei lernt man den Gott echt gut kennen und von Shenan bekommt man eine Ahnung.
Shenan ist intelligent, wissbegierig und tief verletzt, wenn es um Harrison/Hermes geht. Das Kennenlernen der beiden war voller Funken und endete abrupt, da Hermes diese Nähe und Gefühle nicht zulassen wollte. Seitdem arbeiten die beiden zwar gemeinsam im Museum, aber Shenan distanziert sich regelmäßig von ihren Angestellten, bis sie nach Bangkok müssen und Abstand nicht mehr möglich ist.

Ich fand es interessant, dass die beiden bereits eine Vorgeschichte hatten, und hier verletzte Gefühle und Angst die Gründe sind, warum ein Zusammensein (vorerst) nicht möglich ist. Hermes nervte zwar mit seinem Geschmachte und Shenans Schutzmauer brachte mich manches Mal zum Kopfschütteln, aber in Grunde mochte ich die Idee. Und in Band zwei sind die Karten ja neu gemischt und alles kann sich ändern!

Alles in allem muss ich sagen, dass sich das Buch selbst gerettet hat. Ich hing lange in der Mitte fest, denn Hermes ständige Selbstmitleid und das Geschwärme Shenan gegenüber nervte nach einer Zeit, ABER dann wurde es noch so unglaublich spannend und die Seiten rasten dahin. Plötzlich verstand ich meine Zweifel nicht mehr, denn es wurde noch richtig, richtig gut! Daher bekommt „Libellenmagie“ trotz Schwierigkeiten in der Mitte 4 von 5 Federn, denn der starke Beginn und das geniale Ende konnten mich noch voll und ganz einnehmen und nun freue ich mich schon darauf bei Band 2 bald weiterzulesen!


~~~***~~~***~~~

Dieser Beitrag muss aufgrund der Verlinkungen als *Werbung* deklariert werden!
Achtung unentgeltliche WERBUNG! 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der von Datenschutzerklärung von Google.