[Charakterinterview] Im Gespräch mit Mira und Jack aus "ALPAKAHERZ"


Einen schönen guten Morgen!


Heute habe ich mal wieder ein Interview für euch, denn ich hatte erst vor kurzem Mira und Jack, zwei Charaktere aus "Alpakaherz - Gnadenhof und andere Gaunereien" von Stephanie Richel bei mir zu Gast. Mit Sicherheitsabstand und Maske versteht sich! 

Stephanie ist eine SP-Autorin, also sie veröffentlicht als Selfpublisher und über den Selfpublisher Verband haben wir uns kennengelernt. Doch heute geht es nicht um die Autorin - auch wenn sie super lieb ist - sondern um zwei besondere Personen, die ich im Laufe der Handlung von ALPAKAHERZ sehr ins Herz geschlossen habe!

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Legende: 
 Tiana - Mira/Jack

[Es klopft an der Tür]

T: Herein!

[Mira und Jack betreten den Raum. Tiana steht auf und begrüßt die beiden lächelnd.]

T: Hallo ihr beiden! Ich freue mich total, dass ihr euch für mich Zeit genommen habt, jetzt, wo ihr mit euren neuen Aufgaben so eingespannt seid!

M: Hallo Tiana! Schön, dass wir hier sein dürfen.
J: Schön, dich kennenzulernen, Tiana! Also Drei-Linden kommt mal gut ohne uns klar. Außerdem halten Piet und Duchess dort die Stellung.
M: Deine Einladung kam auch genau zum richtigen Zeitpunkt. Erst gestern haben wir den Stall für unsere nächsten Gnadenhof-Bewohner fertig gemacht. Im Moment ist ja nur Duchess dort, aber schon bald kommen zwei Esel-Jungs aus Polen zu uns. Ich bin sehr gespannt, wie unsere Hoheit auf die beiden reagiert!

T: Klingt auf jeden Fall sehr spannend was ihr jetzt so treibt! 
Wie geht es euch? Es liegen ja ein paar anstrengende Wochen hinter euch. Vor allem du, Mira, hast einiges in deinem Leben geändert. Bereust du es? Oder würdest du alles genauso wieder machen?

M: Meine Entscheidung, mein Leben komplett auf den Kopf zu stellen, bereue ich nicht. Im Gegenteil! [Mira lächelt.] Wenn ich morgens aufstehe, mache ich die Fenster auf und genieße diesen Blick über die Felder und den Wald. Das ist Glück pur.
Es gibt allerdings eine Sache, die ich – wäre ich nochmal in dieser Situation – anders machen würde: Ich würde Tessa sofort mitnehmen! Es war so schrecklich sie dort zu erleben und ich wünschte wirklich, ich hätte schon eher den Mut gehabt, sie zu befreien!

T: Jack, du überrascht mich ehrlich gesagt sehr. Du bist ein wandelndes Geheimnis, setzt dich aber für Tiere und deren Wohl ein, kaufst gerne Bio und bist ein ehemaliges Zirkuskind. Hab‘ ich was vergessen? Oder machen wir es spannend: Erzähl uns ein Geheimnis über dich!

J: [hebt eine Augenbraue] Ich scheine ja eine Menge Leute zu irritieren!
[Mira hüstelt, woraufhin Jack lacht.]
J: Für mich ist es kein Gegensatz, fairgehandelte Kaffeebohnen zu kaufen und Wert auf die Qualität meiner Lebensmittel zu legen und gleichzeitig einen Job … etwas abseits der üblichen Wege, auszuüben. Tja, und was meine Geheimnisse angeht … Sind die alle begraben und vergangen. Keine Geheimnisse mehr! Mein Leben ist mit Drei-Linden neu gestartet.

T: Wenn du das sagst [Tiana grinst], dann wird das ja wohl stimmen.
Was war euer erster Gedanke, als ihr euch kennengelernt habt? Die Situation war ja nicht alltäglich. Wie war euer erster Eindruck eures Gegenübers?

J: Im ersten Moment dachte ich, dass mir eine Idealistin mit einer spinnerten Idee gegenübersitzt...
M: Na, vielen Dank!
J: …Und ich hätte Piet dafür erwürgen können, dass er ihr meine Telefonnummer gegeben hat. Aber als sie davon erzählte, warum sie aus Drei-Linden einen Gnadenhof machen will und dass sie nicht zulassen würde, dass Landmeister den Wald dort abholzt, um seine Legehennen-Batterien aufzustellen, da habe ich gespürt, dass viel mehr in ihr steckt! Ich wusste es – Mira ist ein Atta-Girl!
M: Atta-Girl!? Und du verspottest Florian dafür, weil er mich Honey nennt! [Mira schüttelt den Kopf.]
Als ich Jack in Bonn getroffen habe, war mein erster Eindruck, dass er unmöglich einzuschätzen ist. Und dann dieser Duft nach Heu!
J: [zu Tiana] Dass ist so eine fixe Idee von ihr! Sie glaubt ernsthaft, ich würde ein After Shave benutzen, dass nach Heu riecht!
M: [grinst] Aber um auf deine Frage zurückzukommen, Tiana, bis zu seinem Anruf damals, wusste ich nicht mal, wie er bei der Sache helfen sollte. Auf ... diese Art der Lösung wäre ich niemals gekommen.

T: [Tiana schmunzelt über den Wortwechsel der beiden.]
Wenn das Schicksal einen Namen hat, dann würde ich es wohl DUCHESS nennen. Eine flauschige Alpakadame, mit traurigen Blick und starken Willen. Wie würdet ihr die edle Dame am besten beschreiben?

J: Sie kommt mir manchmal beängstigend menschlich vor! Bei Duchess habe ich das Gefühl, dass ihr manche meiner Entscheidungen in der Vergangenheit missfallen haben. Viel stärker als ich es bei Piet spüre.
M: Duchess ist außergewöhnlich. Ich bin sehr froh darüber, sie und Piet getroffen zu haben.

T: Ihr beide setzt euch leidenschaftlich für den Tierschutz ein. Dabei scheint euch (fast) alles recht zu sein. Warum kämpft ihr so dafür? Was ist euch so wichtig daran?

[Mira und Jack wechseln einen Blick. Jack nickt Mira zu.]
M: Weil viele Menschen ihr Mitgefühl, ihr Bewusstsein für die Umwelt und die Tiere verloren haben. Ich glaube, dass das Leben in der Stadt daran Schuld ist. Es hat uns von der Natur abgeschnitten. Und mit dem Kontakt zur Natur haben wir auch ein Stück weit den Kontakt zu uns selbst verloren.
Gleichzeitig sind wir daran gewöhnt Massen von Fleisch und Käse in der Auslage zu sehen. Aber sobald wir aus welchem Grund auch immer anfangen darüber nachzudenken, wird uns plötzlich bewusst, dass Jemand für diesen Überfluss bezahlen muss. Da stehen meterlange Regale mit Milch im Supermarkt. Eine Marke billiger als die andere. Wie soll ein Landwirt, eine Landwirtin, es schaffen, Lebensmittel für diesen Preis zu produzieren, ohne das die Tiere und die Umwelt darunter leidet? Und es gibt keine Grenzen! Je billiger, desto besser. Dass letztendlich nicht die Verbraucher, sondern nur einige wenige, wie die Schlachthof-Betriebe oder die Konzerne, daran gewinnen, ist nur den wenigsten bewusst. Das ist mein Grund, mich dafür einzusetzen.

J: Das ist genau mein Punkt und auch der Grund für mich, fairgehandelte Kaffeebohnen zu kaufen. Ich möchte, dass die Frauen und Männer, die die Kaffeepflanzen anbauen, von ihrer Arbeit leben und ihre Kinder zur Schule schicken können. Was ich nicht will, ist, einen Konzern – exakter formuliert: die Konzern-Vorstände – auf Kosten der Menschen vor Ort, noch reicher zu machen.

T: Viele Menschen denken, dass sie allein nichts erreichen können und daher gar nicht erst anfangen wollen etwas zu ändern. Für mich ein schrecklicher Gedanke, denn jeder muss bei sich mit Veränderungen beginnen. Jedenfalls sehe ich das so. Ich habe angefangen, in dem ich beim Bauern am Markt einkaufe, halbwegs regional esse, auf die Qualität achte und darauf, dass Produkte ohne Tierversuche kreiert wurden. Was sind eure Vorschläge, wie jeder für sich etwas ändern kann, um beim großen Ganzen mitzuhelfen?

M: Also du machst doch eine Menge! Ich finde, es gibt einen guten Grund für sich allein anzufangen. Unsere Gesundheit! Wenn wir uns bewusst machen, dass jeder unserer Körperzellen aus dem besteht, was wir alltäglich essen, sehen wir unsere Lebensmittel vielleicht mit einem neuen Blick.
Hormone, Antibiotika, gentechnisch veränderte Futtermittel, hochgezüchteter Weizen – immer mehr Menschen reagieren mit Glutenunverträglichkeiten darauf – das ist es, was wir zu uns nehmen. Tag für Tag, Jahr für Jahr.
Im ersten Moment haben wir Geld gespart, aber langfristig gesehen bezahlt unsere Gesundheit (neben unserer Umwelt) dafür. Nach sieben Jahren sind die gesamten Zellen unseres Körpers einmal erneuert! Jeder kann für sich allein Bilanz ziehen und sich fragen, was sie oder er in den letzten sieben Jahren zu sich genommen hat.
Der nächste Grund, um mit einer Veränderung zu starten, könnte dann der Gedanke an unsere Umwelt sein.
Die meisten von uns wissen vermutlich nicht einmal, dass die konventionelle Landwirtschaft unsere Äcker langfristig zerstört. Die Böden sind ausgelaugt und um dennoch einen Ertrag erzielen zu können, muss jede Menge Chemie hineingepumpt werden. Wir dürfen nicht vergessen, das ist unser Land, unsere Welt, unsere Erde.
Dabei geht es auch anders! Das zeigt die ökologische Landwirtschaft, die großen Wert auf die Nachhaltigkeit unserer Ressourcen legt.

J: Ein ganz konkreter Vorschlag, um überhaupt einmal ein Gefühl dafür zu bekommen, was jeder Einzelne tun könnte, ist, sich eine App für das Smartphone herunterzuladen, die anzeigt, welches Gemüse oder Obst gerade Saison hat. Ich nutze zum Beispiel GrünZeit, aber es gibt mehrere gute Apps dazu.
Im Supermarkt oder noch vorher, beim Einkaufszettel-Schreiben, kann ich mir dann überlegen, ob ich saisonal und – oder regional kaufen möchte oder nicht. Aber meine Entscheidung wird bewusst getroffen. Und vielleicht verzichte ich das nächste Mal darauf, Äpfel aus Chile oder Argentinien zu kaufen, und greife stattdessen zu den Äpfeln aus Deutschland. Ich allein habe die Wahl.

T: Mira, was war dein erster Gedanke, als du Drei-Linden das erste Mal gesehen hast?

M: Düster. Eher ein Gefühl als ein Gedanke, es war schrecklich dort!

T: Was ist das Mutigste, das du je getan hast, Jack?

J: Zirkus Gregoriana zu verlassen, was zugegebenermaßen nicht ganz freiwillig geschah. Ich kannte nur das Leben in unserer Zirkusfamilie. Das war ein großer Schritt für mich.
Im Gegensatz dazu kostete mich die Entscheidung, meine … berufliche Orientierung zu ändern und bei Drei-Linden mitzumachen, keinen Mut. Ich hatte vorab gründlich darüber nachgedacht, und es mir bestimmt auch nicht leicht gemacht, aber die Vorstellung zusammen mit Piet, Mira und Duchess zusammen auf dem Land zu wohnen, schien so natürlich und naheliegend zu sein, dass mich genau das zögern ließ. Verrückt, oder? Ich zweifelte daran, dass solch eine Entscheidung so einfach sein sollte.
Aber das war es!

T: Wann hat euch euer Gegenüber am meisten überrascht?

M:[Mira wirft Jack einen Blick zu.]
Als er mit Seesack und Reisetasche aus Guidos Wagen stieg, und es klar war, dass er auf Drei-Linden einziehen würde! Er war noch drei Tage vorher da, um uns beim Entrümpeln der Scheune zu helfen, und hat seine Pläne mit keinem Wort erwähnt.

J: [zuckt mit der Schulter] Wie gesagt, ich habe meine Entscheidung gründlich durchdacht und es macht keinen Sinn unausgegorene Pläne an die große Glocke zu hängen.
Mira wiederum hat mich überrascht, als wir uns auf der Tankstelle getroffen haben und ich ihr sagte, wie meine Hilfe in der Testamentsgeschichte aussehen würde. Es war offensichtlich, dass solche … Aktivitäten in ihrem Alltag nicht vorkommen. Aber als sie verstand, worum es ging, hat sie ohne zu zögern mitgemacht. Das finde ich übrigens sehr mutig!

M: Ich habe gefühlt, dass es das Richtige ist. Es war der einzige Weg um Drei-Linden zu helfen.

T: Vielen Dank, Mira und Jack, dass ihr euch für mich Zeit genommen habt! Ich bin so froh, dass ich euch beide kennenlernen durfte und hoffe, dass ich noch mehr von euch hören werde.
Gegen Ende habe ich noch zwei Fragen an euch. Was erhofft ihr euch von der Zukunft? Und zu guter Letzt wie siehts mit der Liebe aus? Schon jemanden ins Auge gefasst? *zwinker*

M + J: [beide gleichzeitig] Keine Liebe!
M: Das Allerwichtigste ist nun, aus Drei-Linden einen richtigen Gnadenhof zu machen!
J: [Jack nickt] Sehe ich genauso!



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Alpakaherz - Gnadenhof und andere Gaunereien



Ein verschollenes Testament, eine Alpakadame namens Duchess und der mysteriöse Jack wirbeln Miras wohlgeordnetes Leben gehörig durcheinander. Mira Hermanns Tage sind fest verplant. Da ist die Arbeit im Café, nebenbei hilft sie regelmäßig im Blumenladen ihres Beinahe-Verlobten aus. Ein Besuch auf dem Bauernhof Drei-Linden lockt als willkommene Unterbrechung im Alltagstrott. Der idyllische Hof sollte eigentlich ein Gnadenhof für Tiere werden, aber bei ihrer Ankunft findet Mira einen verängstigten Kettenhund, ein apathisches Pony und eine Handvoll halbverhungerter Schafe vor. Statt dem geplanten Urlaub beschließt sie, etwas gegen die Zustände zu unternehmen, und erfährt, dass nur das Testament des früheren Besitzers verhindern kann, dass die Tiere auf den Schlachthof kommen. Doch das ist verschollen! Unterstützt von Jack, einem mysteriösen Fremden mit guten Kontakten zur Unterwelt, macht sich Mira auf, Drei-Linden zu retten. Und zum Glück gibt es da noch eine Alpakadame namens Duchess, die anscheinend beschlossen hat, Miras Leben einmal ordentlich durcheinanderzuwirbeln... (© Stephanie Richel)

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