[Autoreninterview] Im Gespräch mit Cristina Haslinger

 

Hallo ihr Lieben!

Am 02.11.2020 habe ich Cristina Haslinger bereits einmal 3 Fragen gestellt *hier*. Das waren jedenfalls drei Fragen die neugierig auf ihr neustes Werk OBSIDIAN CASTLE - DER LETZTE KRISTALLSPLITTER machen sollte. Mittlerweile habe ich das Buch gelesen und mir neue Fragen überlegt, die mehr auf das Buch und das Schreibleben der Autorin eingehen.
Na, Neugierig?

Dann Vorhang auf für Cristina Haslinger! 

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Über die Autorin (Allgemein)

© Patrizia Wenzlaff (1)
Cristina Haslinger wuchs als waschechtes Stadtkind auf, das hinter jeder dunklen Ecke das Abenteuer vermutete und es schließlich zwischen zwei Buchdeckeln fand. Nach Abitur und Ausbildung entdeckte sie das Reisen für sich, doch nichts konnte die Sehnsucht nach fremden Welten so stillen, wie die Bibliothek am Ende der Straße es vermochte. Heute lebt die Autorin mit ihrem Mann im Norden von Hamburg, wo sie ihre eigenen Welten erschafft und in fantasievolle Geschichten verpackt.

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Legende: Tiana Cristina


Hallo Cristina,
ich freue mich sehr, dass du dir Zeit für mich nimmst und meine Fragen beantwortest!
Fangen wir doch gleich mit der ersten Aufgabe an.
Stellst du dich bitte kurz vor?


Hallo! Ich bin Cristina aus Hamburg und schreibe Bücher. – Wie, das reicht noch nicht? Na gut.
Dann kommen hier fünf wahllose Fakten über mich:
1. Ich bin zu Pfingstsonntag geboren, da ich aber gern ausschlafe bin ich eher Pfingstochse als Pfingstrose.
2. Nichts transportiert Gefühle so präzise wie Musik.
3. Ich vermisse Irland, obwohl ich noch nie da war. 
4. Meine erste große Liebe war Prinz Eric aus Arielle (heute ist mir das ein bisschen peinlich, weil er nicht besonders clever zu sein scheint…)
5. Ich habe schon so viele Haargummis in meinem Leben verloren, dass man in Hamburg eigentlich knietief darin waten müsste. 

OBSIDIAN CASTLE ist dein 4. Buch, wenn ich mich nicht verzählt habe. Wobei du auch ein Teil der Autorengruppe von AURORAS SCHWESTERN warst. Also vielleicht doch schon das fünfte?
Wie fühlst du dich? Knapp 3 Wochen sind um, wie geht es dir mit der Aufregung? Schon weniger geworden?


Jetzt, da die ersten Rückmeldungen zu dem Buch eingetrudelt sind, ist die Aufregung tatsächlich etwas zurückgegangen. Es ist immer ein besonderer Moment, wenn die Ersten zu lesen beginnen und man auf heißen Kohlen die Besprechungen abwartet. Obsidian Castle war für mich nochmal eine ganz besondere Veröffentlichung, weil ich lange Zeit nicht sicher war, auf welchem Weg das Buch erscheinen würde. Umso glücklicher bin ich, dass es jetzt endlich in die Welt hinausgeschickt ist und die Leser mit Bay auf Entdeckungstour gehen können.

Warum hast du zum Schreiben begonnen?

Ich war noch in der Schule, als ich mein erstes Buch schrieb. Ich glaube, schon damals hatte es für mich dieselbe Bedeutung wie heute: Ich möchte eine Geschichte erzählen, Gefühle transportieren und unterhalten. Deshalb habe ich irgendwann auch den Weg in die Veröffentlichung gesucht.

Wo schreibst du am liebsten und zu welcher Uhrzeit?

Das variiert tatsächlich, aber aktuell steht die Couch hoch im Kurs. In der Regel schreibe ich abends. Häufig bis spät in die Nacht hinein. Ich mag die Ruhe und die Dunkelheit. Dabei fühle ich mich einfach kreativer.

Gibt es einen Tipp, den du Schreibanfängern gerne raten würdest?

Den größten Fehler, den man meiner Meinung nach als Schreibanfänger machen kann, ist nicht zu schreiben. Es gibt unzählige Foren, Ratgeber, Blogs, die sich alle mit Dos und Don’ts der Schriftstellerei beschäftigen. Das alles kann durchaus einen guten Impuls geben, aber die Flut an Informationen kann einen auch erschlagen. Dabei sollte das Wichtigste sein, erst einmal ein Manuskript fertigzustellen. Keine Angst vor einem schlechten ersten Entwurf! Bei der Überarbeitung kann und muss noch so viel passieren. Also: Schreibt eure Geschichte und dann schaut euch an, wie ihr sie zu der Geschichte machen könnt, die ihr gern geschrieben hättet.

Und nun hast du die Qual der Wahl, entscheide dich bei:
Entweder…oder

Schreiben oder Lesen?
Schreiben (aber ohne lesen geht auch nicht)

Verlag oder Selfpublisher?
Verlag (Beides kann toll sein! Aktuell bin ich aber sehr glücklich, ein tolles Lektoratsteam im Verlag an meiner Seite zu wissen)

Hund oder Katze?
Katze (Auch wenn bisher deutlich mehr Hunde in meinen Manuskripten vorgekommen sind …)

Geheimbund oder normales Leben? 
Ohne Rückticket: normales Leben. Aber reinschnuppern würde ich schon gerne mal

Tor durch London oder unbekanntes Tor? 
London ist einfach zu cool! Und ich habe Angst vor dem Orakel 
- Hihi, ich fand sie eigentlich ganz cool ;P

Wissen oder Ahnungslosigkeit? 
Wissen (dafür bin ich einfach zu neugierig)

Nun kommen wir schon zu den Fragen zu deinem aktuellen Buch OBSIDIAN CASTLE. Es ist am 30.10.2020 bei LOOMLIGHT BOOKS erschienen. Und es geht um den Geheimbund „Obsidian Castle“, die geheime Tore zu anderen Welten beschützen und vor der restlichen Bevölkerung verbergen. Bay ist nun eine Anwärterin für das Castle.
Wie ist die Idee zu dem Buch entstanden? Und was war zuerst da – Die Handlung oder dieser phänomenale Weltenbau?


Schon als Kind habe ich mir vorgestellt, wie großartig, aber bestimmt auch gruselig es wäre, durch einen Spiegel in eine andere Welt zu treten. Dass dahinter eine ganze Geheimorganisation stecken könnte, habe ich mir aber erst viel später einfallen lassen. Und irgendwann hatte ich dann plötzlich diesen Dialog im Kopf. Es waren zwei Charaktere, die in die Ferne blicken und sich fragen, was dort liegen mag, weil sie noch nie so weit gekommen waren, bevor die magischen Tore sich schließen. Letztlich hat es die Szene gar nicht ins Buch geschafft, aber ich habe an dem Grundgedanken festgehalten. Ich fand die Idee einfach spannend, mit Zeitlimit in eine andere Welt eintauchen zu können.

Bay und Gabriel, hier kommt das Sprichwort „Gegensätze ziehen sich an“ zu tragen. Wie entstehen bei dir die Charaktere und deren Wesenszüge? Bevorzugst du Gegensätze oder könnten sich auch ähnlich gepolte Menschen bei dir verlieben?

Ich bin ein großer Freund von Haters-Lovers-Relationships. Ich finde, das gibt der Geschichte immer eine nette Würze und meist ist der Weg, wie die beiden ungewollt zusammenfinden unheimlich charmant. Aber ich habe auch schon Pärchen gebildet, die sich ähnlicher sind als Bay und Gabriel. Manchmal aber auch erst auf den zweiten Blick, denn ab und zu kritisiert man am anderen ja auch Eigenschaften, die man an sich selbst nicht mag. Das ist dann ein schöner Aufhänger für die Charakterentwicklung.

Bay trägt eine Halskette im Buch, welche ihrer Mutter gehört hat. Wie stehst du zu Gegenständen, die Erinnerungen in sich tragen? Hast du selbst einen Talisman, denn du nie ablegst?

Ich besitze einige Erinnerungsstücke an meine Eltern und Großeltern, allerdings verwahre ich sie lieber zu Hause, aus Angst sie zu verlieren. Immer dabei ist aber eine kleine Karte, die meine Mutter mir einmal geschenkt hat. Es steht nicht viel drauf, aber ich mag es, sie dabei zu haben und die guten Wünsche, die sie mir auf den Weg gegeben hat.

Noch einmal zurück zum Weltenbau und was da alles dazugehört. Ich darf nicht zu viel verraten, aber wie bist du auf ein paar Bezeichnungen gekommen? Grini zum Beispiel?

Die meisten Bezeichnungen sind einfache Abwandlungen echter Worte. Ich übersetze mir gern Begriffe in eine (für mich passende) Fremdsprache und schraube dann ein wenig daran herum. In der Geschichte steht „Grini“ für Außerirdische. Das Wort habe ich zum Bespiel aus dem italienischen Wort für „Fremder“ abgeleitet: Pellegrino (Mehrzahl: Pellegrini), weil die Spiegelwächter ursprünglich aus Italien kamen. Aber einige Wörter habe ich mir auch selbst ausgedacht. Beispielsweise der Name der Hauptstadt: Ghâley. Ich wollte einen Namen, der englisch klingt, aber nicht zu modern. Dabei habe ich mich an den Kanalinseln orientiert, woher auch der leicht französische Einschlag mit „Madame Célestes Süßigkeitenladen“ kommt.

Doch ein Buch steht und fällt nicht nur bei der Handlung und den Protagonisten, sondern wird erst so richtig durch die Nebencharaktere lebendig. Mein Liebling ist ganz klar Linus. Zuerst nicht einschätzbar, aber dann hat er sich in mein Herz gestohlen. Er ist mutig, freundlich und meint es echt gut mit Bay. Kannst du uns bitte etwas mehr über den „außerirdischen“ Händler erzählen?

Ich weiß gar nicht, wo Linus hergekommen ist. Auf einmal war er einfach da. Mit seinem Lumpenmantel, dem schwarzen Kater und dem scheppernden Einkaufswagen hat er sich einfach in meine Gedanken geschlichen. Linus ist ein mystischer Charakter, der gleichzeitig sehr nahbar ist. Das war mir wichtig. Ich wollte Bay einen Verbündeten an die Hand geben, der nicht den Strukturen der Organisation unterliegt. Überhaupt macht Linus seine ganz eigenen Regeln. Er ist auch der einzige, der ohne Genehmigung die geheimen Tore durchschreiten kann. Trotzdem scheint er in allen Welten Freunde zu finden, mit denen er seinen Tauschhandel betreibt. Aufgrund seiner einfachen Sprache wirkt er manchmal etwas einfältig, dabei steckt viel Weisheit zwischen seinen Worten. Aber was ihn am meisten auszeichnet, ist sein starker Gerechtigkeitssinn und seine Loyalität. Auch und vor allem seinem tierischen Wegbegleiter gegenüber.

Du hast einmal erwähnt, dass OBSIDIAN CASTLE zwar ein abgeschlossener Einteiler ist (kann ich so bestätigen), aber die Möglichkeit zu einer Fortsetzung bestünde. Ich denke jetzt einmal positiv und sage WENN es diese geben würde, würdest du erneut Bays Leben durcheinanderwirbeln oder gäbe es ein neues Protagonistenpaar?

In meinem Kopf sind schon duzende Handlungsstränge, wie es für Bay weitergehen könnte. Am Ende der Geschichte hat sich eine große Veränderung für sie ergeben und ich denke, diese würde ihren Alltag ganz neu ordnen. Außerdem sehe ich ein paar Szenen in San Francisco und Cambridge vor mir. Ich denke, man könnte ganz wunderbar zwischen den Welten hin und herspringen, um vielleicht jemanden an der Uni zu besuchen, der jetzt nicht mehr im Schloss ist.

Von der Machtstruktur habe ich das OBSIDIAN CASTLE gehasst. Die fünf Ratsmitglieder, die alles Macht besitzt und ohne Erklärung einfach alles bestimmen können. Für mich schrecklich, aber was hast du am meisten am Obsidian Castle gehasst. Welche Strukturen hättest du am liebsten geändert, wenn es möglich gewesen wäre?

Die Machtstruktur ist das, was auch mich am meisten umgetrieben hat. Einerseits wirkt sie antiquiert mit dem Männermonopol und der einen Frau, die sich nur durch ihre Härte beweisen kann. Andererseits war mir wichtig, eben dies unter den Anwärtern zu thematisieren. Lene hat zum Beispiel eine ganz eigene Vorstellung davon, wie das Obsidian Castle in Zukunft geführt werden sollte.

Und nun eine meiner Lieblingsfragen, auch wenn ich nicht weiß, ob du darauf überhaupt antworten kannst. Schreibst du gerade an etwas Neuem? Oder ist eine andere Veröffentlichung von dir bald geplant?

Aktuell habe ich eine fertige Coming-Of-Age Romance in der Schublade, in der die Protagonistin damit kämpft, ihre Selbstzweifel nicht auf ihr Umfeld zu übertragen. Allerdings wird das Manuskript noch geprüft, daher kann ich gar nicht sagen ob, wann und wie es erscheinen wird.
Parallel arbeite ich an einer magischen Romantasy-Geschichte in einem dystopischen Paris, die mir trotz ihrer Düsternis unheimlich viel Freude bereitet. 

Klingt auf jeden Fall spannend! Egal wann, wo oder wie es erscheinen wird, ich bin jetzt schon interessiert! 

Und da es mittlerweile schon Tradition ist, gehört der letzte Satz ganz dir! Danke, liebe Cristina, dass du dir für mich Zeit genommen hast! Ich hoffe, du hattest beim Beantworten meiner Fragen Spaß! Was möchtest du deinen Lesern und diejenigen, die es noch werden, mitteilen?

Ich danke dir, liebe Tina! Und ich danke natürlich auch euch da draußen. Dafür, dass ihr euch für die Geschichten begeistert, die uns Autoren so sehr am Herzen liegen. Für das Lachen und die Tränen, die ihr mit unseren Charakteren teilt und dass ihr euch die Zeit nehmt, uns daran teilhaben zu lassen. Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen.



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Obsidian Castle - Der letzte Kristallsplitter
von Cristina Haslinger
Loomlight Press
ET: 30.10.2020
ISBN: 978-3-522-65457-9
397 Seiten

Wem kannst du vertrauen, wenn du schon einmal alles verloren hast? – prickelnde Romantasy

Geheimnisvolle Tore, eine mystische Prophezeiung und obendrein die schönsten Regentag-Augen, die Bay je gesehen hat … All das erwartet sie, als Bay an ihrem 16. Geburtstag die Ausbildung zur Wächterin im Obsidian Castle antritt. Sie ahnt nicht, dass sie auserwählt ist, den mächtigen Orbiskristall zu finden. Vielmehr hofft sie, hier mehr über ihre verstorbene Mutter zu erfahren. Doch die dunklen Mächte haben ihren eigenen Plan. Gabriel ist der Letzte, auf dessen Hilfe sie sich berufen möchte, aber er hat nicht nur diesen Blick, sondern als Sohn eines Ratsmitglieds auch wertvolles Insiderwissen …

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Dschinniya - Der verwunschene Kuss
von Cristina Haslinger
Impress
ET: 06.06.2019
ISBN: 978-3-646-60519-8
334 Seiten

**Pass auf, wen du küsst**
Wie alle Mädchen ihres Jahrgangs sehnt Luisa sich nach nichts mehr, als von Jonas, dem begehrtesten Schwarm der Schule, bemerkt zu werden. Doch ihre Chancen bei ihm stehen gleich Null – zumindest dachte sie das bis vor Kurzem. Aber dann geht ihr Wunsch auf wundersame Weise in Erfüllung und von einem Kuss auf den anderen ändert sich Luisas ganzes Leben. Denn die sanfte Berührung von Jonas' Lippen beinhaltet einen Fluch, der sie an die Wünsche und Sehnsüchte eines anderen bindet…

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