[Rezension] Die Märchenjägerin

Die Märchenjägerin

Autor: Marlene May
Verlag: Carlsen Impress
Seitenanzahl: 259 Seiten
ET: 03.05.2018
ISBN: 978-3-646-60437-5
Quelle


Ähm...leider nein. Die Idee finde ich toll, aber mit dem Rest konnte ich mich so gar nicht anfreunden...so schade!

**Täglich Märchenfiguren zu retten, ist ein harter Job** 
Eve ist all das, was eine Jägerin, die im Märchenwald für Recht und Ordnung sorgt, typischerweise ausmacht: mutig, entschlossen und getrieben von einer dunklen Vergangenheit. Seit sie zusammen mit ihrer Schwester von einer bösen Hexe entführt und jahrelang eingesperrt wurde, sinnt sie auf Rache. Nun hat sie endlich eine Spur gefunden, doch der neue mysteriöse Jäger des Märchenwalds  kommt ihr zuvor. Als dann auch noch Schneewittchen verschwindet, Hänsel und Gretel vom Weg abkommen, der Froschkönig seine goldene Kugel verliert und alle Fäden wieder zu dem neuen Jäger Ace führen, weiß Eve, dass sie es mit einem ernstzunehmenden Konkurrenten zu tun hat. Doch sie erkennt erst viel zu spät, warum er wirklich im Märchenwald aufgetaucht ist... (© Carlsen Impress)

Als ich das Buch in der Programmvorschau entdeckte sprach es mich sofort an. Vielleicht nicht gerade das Cover (ich finde es zu kindisch), aber von der Thematik her und dem Klappentext schrie es lautstark nach mir.


Die Handlung und die Schreibweise


Am ET kaufte ich es mir dann auch schon und kurz danach begann ich zu lesen.
Vielleicht war der Beginn schon eine kleine Vorwarnung, aber ich kam so schwer im Buch an. Der Funke wollte einfach nicht überspringen.
Die Schreibweise ist ja einerseits locker und angenehm, aber mir kam es manchmal viel zu bemüht „locker“ vor. Zudem werden manche Dinge ständig wiederholt (z.B. Dans Angewohnheit ständig schlafen zu können), was als Randnotiz okay wäre, aber dies hat immer wieder einige Sätze (und gedankliche Anmerkungen von Eve) bekommt.
Ich wurde jedenfalls nicht sehr schnell mit dem Buch warm, aber als diese Hürde (halbwegs) überwunden gewesen war, wurde ich von dem etwas anderen Märchenwald verzaubert, denn die Idee ist wirklich klasse.
Hexen, die den Märchenprinzessinnen das Leben schwer machen und eine Jägerin, die – wenn sie bezahlt wird – die Heldin spielt.

Super Idee, nur leider  zog sich die Suche nach dem 2. Jäger (den nicht autorisieren Jäger, immerhin gibt es ja schon Eve und da darf es keine Konkurrenz geben) ziemlich in die Länge. Einerseits war es gut so, denn so lernt man als Leser Hänsel und Grete, den Froschkönig, Schneewittchen und noch ein paar andere Märchenfiguren kennen und das auf eine andere Art und Weise, als in den Märchenbüchern beschrieben.
Aber auf der anderen Seite zog es sich ziemlich in die Länge.
Die eigentliche Haupthandlung inklusive Liebesgeschichte ging viel zu schnell und einfach von der Hand. Einmal gesehen und *puff* verknallt. Wäre ja okay, wenn es irgendwie für mich verständlicher beschrieben worden war. Es ging einfach alles zu rasch.
Ehrlich gesagt war alles sehr schnell, denn die Aufträge wurden flott abgearbeitet, der finale Kampf ging rasend schnell vorbei und das Ende...tja. Darüber lässt es sich sicher diskutieren, aber meinen Geschmack hat es nicht getroffen. So gar nicht. Leider.


Die Charaktere


Vielleicht lag meine mangelnde Begeisterung auch an der Tatsache, dass Eve für mich kaum greifbar gewesen war. Sie ist zwar die Protagonistin im Buch und um sie dreht sich alles, aber irgendwie war sie mir zu viel.
Zu gut in ihrem Job.
Zu Engstirnig.
Zu selbstsicher.
Ihr bester Freund und „Kollege“ Dan war mir zwar sympathischer, aber über ihn erfährt man auch nicht sehr viel. Außerdem fand ich seinen Werdegang im Buch fragwürdig. Das ging alles so schnell *.*
Viola, Ace, Schneewittchen, alles Personen die eine tragende Rolle für die Handlung (oder im Hintergrund) haben, aber für mich nicht greifbar gewesen waren.

Selbst die „bösen“ Hexen handelten allzu oft verwirrend und auch wenn ich sie an sich echt cool finde, war der finale Höhepunkt einfach nur konstruiert und ohne große Überraschungen. 

Ich habe mich sehr auf „Die Märchenjägerin“ gefreut, wurde aber leider ziemlich enttäuscht. Die Handlung zog sich, die Schreibweise war nicht so mein Fall und die Charaktere waren für mich nicht greifbar. Ich finde die Idee immer noch absolut klasse, aber beim Lesen empfand ich dennoch mehr Frust als Freude (vor allem bei diesem Ende).
Von daher bekommt das eBook von mir nur 2 von 5 Federn.
 Echt schade, aber meinen Geschmack hat es leider nicht getroffen!