[Rezension] Auseinandergelebt


Auseinandergelebt

Autor: Florian C. Booktian
Verlag: /
Seitenanzahl: 315 Seiten
ET: 14.12.2016
ASIN: B01N5FSF6W
Quelle







Es ist schräg, seltsam und typisch Booktian!
Es ist abgehoben und definitiv nicht normal.
Es ist anders als gedacht.

Leon hatte eine harte Nacht. Er wurde bedroht, bestohlen und wäre beinahe verbrannt. Im Morgengrauen kommt er nach Hause und sieht sich mit seiner Freundin Carina konfrontiert. Ihre Beziehung steht kurz vor dem Aus, denn mit den Jahren hat sich eine Distanz zwischen den beiden aufgebaut. Sie haben sich auseinandergelebt.
Leon unternimmt alles ihm Erdenkliche, um sie zurückzugewinnen, und geht dabei so manches verrückte Wagnis ein. Dabei muss er viel mehr überwinden als seine eigene Unfähigkeit, wenn es ums Zuhören geht. Die Konsequenzen der letzten Jahre brechen mit Gewalt über das Paar herein. Dazu kommen Leons frisch aus dem Gefängnis entlassener Freund Otis und Carinas impulsive Schwester Bea, die sich als Trickbetrügerin einige Feinde gemacht hat.

Erlebe mit Leon, Carina, Bea und Otis den wohl schrägsten Tag ihres Lebens. Quer durch Endersbach kommt es zu einem Banküberfall, einer riesigen Explosion, mehreren Leichen, dem Diebstahl verschiedenster Fahrzeuge, Schlägereien auf der Bundesstraße bei 120 km/h und der wohl verrücktesten Besorgungstour einer Tüte Milch, die ihr je in einem Buch gelesen habt. 
(© Amazon)


Florian C. Booktian ist für seine schrägen und teilweise echt merkwürdigen Ideen bekannt.
Mit „Milten & Percy“ schaffte er es nicht nur ein schräges Weltbild zu kreieren, sondern einen mit dem Detektivteam aus Erdmännchen und Mensch zu fesseln.
Als mir Florian sagte, dass er eine Liebesgeschichte geschrieben hat, bin ich neugierig geworden.
Er versprach, dass es ebenso schräg sein wird, wie die „Milten & Percy“ Bücher…und er hatte recht.
Nur wäre in diesem Fall weniger sicher mehr gewesen (empfand ich so).


Die Handlung und die Charaktere


Merkwürdig. Schräg. Chaotisch. Nicht immer ganz zu folgen, aber typisch Booktian.
Es beginnt mit der Rückblende von Leo, die dem Leser wohl zeigen soll, wieso er in der Gegenwart so ist, wie er eben ist.
Ein Schicksalsschlag trifft ihn schwer, aber wo er am Anfang versucht noch etwas aus seinem Leben zu machen, schmeißt er es quasi nach der ersten Niederlage gleich wieder weg.
Die Szene mit dem Vorstellungsgespräch war unterhaltsam, aber machte Leo in meinen Augen nicht reif oder gar sympathisch. Er handelt dumm und – auch wenn der Chef ein A**** war, war der Verlauf des Gesprächs dennoch auf den Mist von Leo gewachsen.
Leo ist in meinen Augen keine Person, die ich im wahren Leben gerne treffen wollen würde. Warum?
Er ist auf seine Weise faul, verkriecht sich in seiner Welt und selbst das Befinden seiner Partnerin ist ihm – je länger die Beziehung dauert – egal.
Das einzige sympathische war, dass er am Ende um Carina gekämpft hat, aber selbst da macht er vieles falsch.
Kurz: Ich wurde mit ihm nicht warm.

Carina einzuordnen ist nicht so leicht, denn einerseits hat sie eine wichtige Rolle im Buch (Bsp.: Freundin von Leo), aber andererseits schaffte ich es nicht, sie zu durchschauen. Wo Leo ein Softie ist, ist sie knallhart. Sie kämpft um das, was ihr wichtig ist, was eine Eigenschaft ist, die ich sehr an ihr geschätzt habe.
Andererseits verstehe ich immer noch nicht, wie sie Leo so lange das durchgehen hat lassen können und...okay. Ihr versteht meine Differenz mit Leo ;P.

Otis ist der letzte wahre Hauptakteur im Buch. Er ist Leos bester Freund und saß wegen seiner ersten – illegalen – Geschäftsidee im Gefängnis.
Nun ist er frei und erlebt mit Leo den schrägsten Tag aller Zeiten!

In diesem Tag passiert viel. Seeehr viel. Es ist nicht realistisch (was Florian nie behauptet hat), aber unterhaltsam. Wenn man ein humorvolles, wirres Buch sucht, ohne viel Romantik, wird man hier fündig werden!


Die Schreibweise


Für gewöhnlich mag ich den Schreibstil von Florian C. Booktian sehr gerne. In seiner Fantasyreihe „Milten & Percy“ liebe ich die detaillierten Erklärungen über seine dort kreierte Welt. Hier aber  war es teilweise zu detailliert.
Da der Großteil des Buches aus Leos Sicht geschrieben ist, erfährt man viel über sein Leben, seine Gedanken und die Umgebung. Hierbei schweift er oft von hundertste ins tausendste ab und das bei Themen, die man nicht so genau hätte beschreiben müssen.

Da die Sichten aber Kapitelweise wechselten änderte sich der Lesefluss ständig. 

Im Großen und Ganzen hat mich das Buch unterhalten. Problem war nur, dass ich Leo so gar nicht ausstehen konnte. Leo ist genauso eine Person, welcher ich im realen Leben aus dem Weg gehen würde.
Schicksalsschlag hin oder her, aber er ist kein Vogelstrauß und KOPF IN DEN SAND STECKEN sollte im Leben nie drinnen sein (jedenfalls nicht in dieser Ausmaß von Jahren).
Ich mag die Idee, auch wenn die Umsetzung in das Genre „Liebesroman“ nicht so recht passt. Es ist eben ein typischer Booktian! Leser, die es gerne außergewöhnlich, wirr und besonders haben, werden sich bei „Auseinandergelebt“ köstlich unterhalten fühlen.
Man darf eben nur nicht alles wie bare Münze halten xP.
Von mir bekommt das Buch trotz guter Idee und guten unterhaltungswert nur 2 von 5 Federn, da es mich nicht so fesseln konnte, wie es von Booktians Bücher gewöhnt bin.


Ich möchte mich ganz herzlich bei Florian C. Booktian für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanken!


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