[FBM] Tiana goes to Germany...



Hallo ihr Lieben,

ich bin da. Endlich da! Ich bin in Frankfurt! Und bin verzaubert.
Jetzt kann ich Emma aus "Paris, du und ich" von Adriana Popescu verstehen, als sie von Paris hin und weg war, denn ich hab noch nicht viel von Frankfurt gesehen, bin aber doch schon davon eingenommen.
Obwohl ich gerade eher das Gefühl habe, dass meine Liebe nicht erwidert wird.
Wieso ich das denke? Tjaaa...diese Vermutung ist so langsam gewachsen....






Der Anfang meiner Reise war ziemlich unspektakulär, wenn auch nicht minder stressig, da meine Katze 5 Minuten, bevor ich eigentlich aufstehen wollte, der Meinung war, sie will noch kuscheln...das dauerte gut 20 Minuten, bis ich mich aufraffen konnte, ihren Blick standzuhalten (wenn es um Loki geht, bin ich echt schwach *.*).
Herrichten (Koffer war zum Glück schon fast vollständig gepackt), Jause herrichten und ab geht's zur Straßenbahnhaltestelle.
Selbst dass ich mitten in der Schüler-Fahren-Jetzt-Zur-Schule-Stauzeit kam, war kein Problem, immerhin hatte ich eine halbe Stunde spazi eingerechnet. 
Einsteigen in den Zug kein Problem, Reservierung finden kein Problem.
Die 5h22Min überstand ich mit keinen allzu großen Erlebnissen.



Doch ab dem Moment, wo ich den Frankfurter Hauptbahnhof (der mich übrigens etwas an den Bahnhof in Brighton, GB, erinnert nur eben größer) betrat, fing das Chaos an.
Zuallererst wollte ich - da ich in meiner Unterkunft noch nicht einchecken konnte - einen Latte Macchiatto trinken. Zuerst schien es Glück zu sein, dass eine ältere Dame am Tisch nebenan saß und mich fragte, ob ich zur Buchmesse fahre. Ich bejahte.
Dann erzählte sie mir von dem heutigen Tag und wie wenig fertig dort alles war, selbst die Aufzüge gingen nicht. Ich war höflich, führte etwas Small-Talk und dann geschah es. Die große Katastrophe, denn weil ich einfach müde, aufgeregt, überwältigt und total bemüht war, dass ich Hochdeutsch sprach, damit die Frau mich verstand (denn sie behauptete, das mein Dialekt der Wahnsinn war), verwechselte ich zwei Worte und versprach mich.
Ich konnte mich gar nicht mehr korrigieren, denn sie sprang auf meinen Fehler sofort ein und warf mir vor, dass ich nicht wüsste, was ich als Blogger tue und dass das eine Schande wäre.
Als ich ihr sagte, dass das mein HOBBY ist und ich KEIN Geld damit verdiene, meinte sie nur, dass sie professionelle Journalisten wäre und sie die Unterhaltung am besten abbrechen will, denn es entspricht - frei übersetzt - nicht ihrem Niveau mit jemanden zu reden, der nicht einmal die Grundlagen der Literatur kennt.
Als ich sagte, dass ich Bautechnikerin bin und nie Literatur oder ähnliches studiert habe, blockte sie ab. Für sie war ich bereits ein dummes, einfältiges Mädchen, dass es nicht mehr wert war, sich mit ihr zu unterhalten. 
Klar habe ich mitbekommen, dass echte Journalisten in Deutschland total auf die Blogger hinabsehen und sie für das, was sie/wir tun verachten, aber nach nicht mal einer halben Stunde in Frankfurt es am eigenen Leib zu spüren zu bekommen ist schon eine bitter Pille.
Ich war total geplättet, dass ich gar nichts dagegen tat. Ich fühlte mich überfahren und total schockiert, dass mich eine über 65 Jahre alte Frau so - grundlos - niederschmetterte, nur weil sie der Meinung war, dass man das, was man tut, auch wissen sollte. 
Ich kenne mich gut im Jugendbuchbereich aus, tut mir wahnsinnig leid, dass ich nicht die hohe Literatur lese, die für sie würdig wäre. 


Gott...am meisten kotzt es mich an, dass ich so kleinlaut wurde und ihr nicht kontra gab, aber ich war viel zu schockiert, um etwas darauf zu erwidern.
Mein Start in Frankfurt verlief schon einmal super. Nicht.

Auf dem Weg zu meiner Unterkunft verlief ich mich und es fing zum Regnen an, ABER ich mag Frankfurt trotzdem. Komisch eigentlich, normalerweise habe ich nicht so einen langen Geduldsfaden, aber die Stadt hat etwas und ich will sie noch nicht abschreiben.
Gut, ich hatte einen echt schlechten Start, aber später am Abend werde ich mich noch mit Carmen (Carmens Bücherbistro) und ihrer Schwester treffen und das Erlebnis vom Nachmittag wird vergessen sein.

Ich werde meine Laune wenigsten nicht von einer überheblichen, ich-bin-so-gut-weil-ich-eine-echte-Journalisten-bin-Frau verderben lassen.
Frankfurt ist mein Abenteuer und ich werde es schon schaffen, dass die Stadt mich am Ende noch gut leiden kann ;P

Bin jetzt dahin, habe nämlich hunger ;).
Alles Liebe,
Tiana

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