[Rezension] Nacht der 1000 Farben #1 - Tödliches Element

Nacht der 1000 Farben #1
Tödliches Element

Autor: Claudia Rehm
Verlag: /
Seitenanzahl: 412 Seiten
ET: 06.09.2015
ASIN: B01521F38A
Quelle







Gute Idee, anstrengende Protagonistin und eine detailverliebte Schreibweise. Das Buch ist gut, doch konnte mich nicht gänzlich überzeugen. 

In der Nacht der Tausend Farben sollen junge Formwandler erstmals ihre tierische Gestalt erfahren. Doch was, wenn die feierliche Wandlungszeremonie eine gefürchtete Fähigkeit offenbart, die eine Gefahr für andere Magier ist? Der sechzehnjährigen Emma widerfährt genau dieses Schicksal. Ihre eigenen Freunde im Reich der weißen Magie wollen sie lieber tot sehen, als im Besitz dieser seltenen Gabe. Verzweifelt nimmt sie die Hilfe eines schwarzen Magiers an, der ihr auf der dunklen Seite der magischen Künste Schutz verspricht. Schon bald muss Emma sich jedoch fragen, auf welcher Seite sie nun tatsächlich stehen will: Auf der Seite der weißen Magie, wo man sie fürchtet und ihr nach dem Leben trachtet, oder auf der Seite der schwarzen Magie, wo sie sich plötzlich mit einer noch viel größeren Gefahr konfrontiert sieht als der, getötet zu werden. (© Claudia Rehm)

Gestaltwandeln. Magie. Eine Nacht, die alles veränderte.
Klar war ich neugierig und gespannt auf das Buch! Es klang genau nach MEINS!
Und auch wenn die Idee dahinter toll ist, konnte es mich dennoch nicht ganz überzeugen.
Aber was soll ich sagen? Wenn die vermeintlich Bösen mir mehr zusagen als die Guten, tja, dann weiß ich, dass ich lieber offen verlogen, als hinterrücks hinterhältig mag.


Die Handlung


Das Buch selbst dreht sich um Magier, die sich in zwei Fraktionen teilen:
Weiße und schwarze Magier.
Die Magier sind Formwandler, die am „Tag der 1000 Farben“ ihre Tier zugeteilt bekommen, in denen sie sich formen können.
Es gibt angesehen Tiere und es gibt „dunkle“ Tiere.
Und dann gibt es Elemente, die tödlichsten und gefährlichsten Formen, da der Träger irgendwann die Kontrolle darüber verliert.
Und Emma wird genau zu solch einem Element…

Ich kann mich nur wiederholen, aber die IDEE über formwandelnde Magier, die auf zwei Seiten stehen ist toll. Aber die Umsetzung konnte mich nicht ganz überzeugen.
Warum?
Ich half zu den BÖSEN! Einfach, weil sie wenigstens keinen Hehl daraus gemacht haben, dass sie morden und Unheil anrichten wollen.
Die „guten“ dagegen waren praktisch noch hinterhältiger als die „bösen“ und das nervte mich nach einer Weile einfach nur noch...schade. Wirklich schade.


Die Charaktere


Ein Buch mit vielen verschiedenen Charakteren, wobei nur bei den Hauptprotagonisten mehr ins Detail gegangen wird. Die Nebencharaktere werden zwar grob vom Erzähler charakterisiert, aber das ist mehr oberflächlich, als wirklich tiefgründig.

Emma wird hierbei natürlich am genauesten beschrieben und ihre waghalsige, mutige und kluge Seite mehr als nur einmal erwähnt. Emma ist ein normales Mädchen in einer Familie, die aus „super“ Weiße Magier besteht (ich nenn es jetzt einfach so) und dann geschieht der große Schock: Sie ist das Element des Feuers.
Ich weiß immer noch nicht, was ich über sie denken soll, denn sie ist selbstlos, was sie mehr als nur einmal beweist, aber hätte ein Mensch, egal wie viel Gutes in einem steckt, für die Leute tatsächlich so viel riskiert?
Es ist beeindruckend, wie weit Emma für ihr Volk, das Volk der weißen Magier, geht, aber all die „reinen“ Werte, die die weißen Magier ja um so viel besser machen als die schwarzen Magier, sucht man in deren Reihen vergeblich. Vor allem die Politiker unter ihnen, der magische Rat besteht aus einem Haufenn verlogenen, machthungrigen Egoisten, dass ich immer nur den Kopf schütteln konnte, wenn Emma für diese Idioten (wieder)einmal alles riskiert hat.
Im einen Moment war mir Emma total sympathisch und ich bewunderte sie für ihre Stärke und ihrem Willen und im nächsten konnte ich sie nicht verstehen, da ihre Tat naiv und absolut engstirnig war. Ein dauerndes auf und ab.

Dafür mochte ich die schwarzen Magier. Mayra. Harris. Vor allem Harris.
Sogar Morten war mir sympathischer als so mancher weißer Magier…


Die Schreibweise


Detaillierte Schreibweise mit sehr langen, verschachtelten Sätzen, sodass der Lesefluss mehr als nur einmal ins Stocken gerät.
Ich liebe Schachtelsätze, immerhin fabriziere ich sie auch am laufenden Band, aber dieses Buch scheint nur aus solchen zu bestehen und das verlangsamte den Lesefluss ungemein.
Die Wortwahl selbst war einfach und nicht kompliziert, aber in den Sätzen wurden ständig detaillierte Beschreibungen oder Wiederholungen des Inhalts eingebaut, dass sie somit zu einer staatlichen Zeilenlänge mutierten. Satz für Satz. Satz für Satz.

Man wird durch einen Erzähler in der 3. Person Einzahl durch das Buch geführt, sodass man nicht nur Emmas Gedanken und Meinungen erfährt, sondern auch die der anderen. Was gut war, aber Anfangs echt verwirrte.


Das Ende


Das Ende hat mich überrascht, keine Frage, denn dass die weißen Magier so…*argh* das müsst ihr selbst herausfinden. Ich bleibe bei meinem Standpunkt:
Lieber schwarzer Magier und offen hinterhältig, als weißer Magier und hinterrücks verlogen.

Das Ende war überraschend vor allem, weil er mit einem leichten Kliffhanger abschließt.
Erst nach beenden des Buches fand ich heraus, dass es ein Mehrteiler ist. Ich war so begeistert von der Idee, ein Einzelband zu lesen, dass mich das dann doch sehr überrascht und auch etwas enttäuscht hat.

Aber mittlerweile kenne ich den Klappentext der Fortsetzung und muss gestehen, dass ich echt neugierig geworden bin. Mhmmm...

Ich mochte die Idee bzw. mag die Idee immer noch, nur mit der Umsetzung bin ich nicht ganz glücklich.
Die Sätze waren so irre lang, dass man schnell und leicht die Übersicht verliert. Es wurde so sehr auf Details geachtet, dass es Spannung kostete und Emma war mir einfach viel zu gut.
Ich habe den Sinn hinter Emmas Wesen verstanden, aber wenn mir die Bösen sympathischer sind, als die verlogenen „Guten“, dann frage ich mich, warum sie immer wieder das Richtige tun will.

Ich mochte das Buch. Die Idee ist wirklich toll und die ersten 100 Seiten fraß ich, doch dann gibt es immer wieder Hänger, die mich veranlassten lieber zu einem anderen Buch zu greifen als zu diesem.
Daher gebe ich „Die Nacht der 1000 Farben“ von Claudia Rehm 3,5 von 5 Federn!
Und doch (oder gerade deshalb?) bin ich auf Band 2 gespannt. Ich hab schon oft erlebt, dass die Fortsetzung, wenn mir Band 1 nicht so gut gefallen hat, besser ist. Ich lass mich daher überraschen.


Ich möchte mich ganz herzlich bei Claudia Rehm für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanken!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen