[Rezension] 1000 Brücken und ein Kuss

1000 Brücken und 
ein Kuss

Autor: Lana Rotaru
Verlag: Impress
Seitenzahl: 326
ET: 07.07.2016
ISBN: 978-3-646-60278-4
Quelle








Vielversprechender Einstieg und dann…die „überraschende Wendung“, die einfach alles für mich ruinierte. Die Idee ist gut, aber mich spricht einfach die Thematik so gar nicht an.

**Ein Versteckspiel unter dem Himmel Venedigs**

Emily kann ihr Auslandssemester in Venedig kaum noch erwarten und ihre Reise scheint auch perfekt zu beginnen. Die Sonne strahlt, in der Luft liegt Liebe und auf einer der schönsten Brücken Venedigs küsst sie ein wildfremder, aber verboten gut aussehender Italiener. Doch bei dem Fremden handelt es sich um den Sohn von Giuseppe Dandolo. Luca ist reich, berühmt und vor allem – verlobt. Emily hasst Klischees und dass sie wegen eines harmlosen Flirts selbst zu einem wird. Wütend und verwirrt zieht sie sich von Luca zurück, in dem Glauben ihn nie mehr wiederzusehen. Aber das Schicksal hat ganz andere Pläne für die beiden…[Impress]


Ich hörte so viel Positives über Lana Rotarus Debüt und da wollte ich es auch lesen.
Was sich leider als Fehler meinerseits entpuppte, denn obwohl der Start vielversprechend klang und Emily zu Beginn echt sympathisch war, ändert sich das durch ein „gelüftetes Geheimnis“ schlagartig.
Plötzlich war ich von der Thematik genervt…leider.


Die Handlung


*ACHTUNG* Hier schreibe ich über die „überraschende Handlung“ ziemlich am Beginn des Buches, dass aber als SPOILER gewertet werden kann *ACHTUNG*

Eine Amerikanerin macht ein Auslandssemester in Venedig. Dort lernt sie einen gutaussehenden Fremden kennen, der sie plötzlich küsst und – voila – eine komplizierte Liebesgeschichte entsteht.
Soweit…so gut.
Doch dass besagter Italiener ist verlobt mit der Tochter des Mafia-Bosses…tja, das killte jede Spannung meinerseits.
Plötzlich hatte ich eine Ahnung wie es enden könnte…und ich hatte Recht. 100%ig Recht.
Überraschung adé!
Ich bin einfach kein Fan von Themen wie die Mafia. Selbst den Kultfilm „Der Pate“ habe ich nach einer Stunde weggedrückt. Es ist einfach nicht mein Fall und um ehrlich zu sein, hätte ich vorher gewusst, dass dieses Thema vorkommt und die vermeintliche Liebesgeschichte sich zu einem leichten Krimi verwandelt, dann hätte ich nicht zugegriffen.
Klar, es sollte überraschend sein und das war es auch, aber wo ich die ersten 100 Seiten inhaliert habe, zogen sich die restlichen 200 Seiten qualvoll in die Länge.
Schade, aber Geschmäcker unterscheiden sich bekanntlich ja, diese Thematik war jedenfalls nicht meins.

*möglicher SPOILER ENDE*


Die Charaktere

Warum, Emily, warum?
Emily war mir von Beginn an sympathisch: freundlich, lebhaft und der Meinung, dass sie ein unvergessliches Semester in Italien verbringen will.
Sie war authentisch und ich konnte sie verstehen…und dann kam Luca.
Ab dem Moment, wo sie in Lucas Welt hineingezogen worden ist, mutierte sie zu einer naiven, nicht verständlichen Person. Luca war in einer wirklich üblen Sache verstrickt und was tut Emily?
Alles, außer sich in Sicherheit bringen. Sie sah nicht einmal ein, dass sie in Gefahr schwebt, warum auch? Mir kam es so vor, als ob sie tatsächlich glaubte, dass alles sei ein Spiel.
Und plötzlich war jegliche Sympathie verschwunden.

Und Luca.
Mister Unwiderstehlich: Reich, gutaussehend und so gar nicht oberflächlich *hust*. Als man noch Emilys Sicht las kam er mir bedeutend intelligenter und weitsichtiger vor, als dann in seiner Perspektive.
Kann jemand, der bereits sein Leben lang darin verstrickt ist, noch so blauäugig sein? Scheint so…

Sophia ist zwar die „Böse“ im Buch, aber ich verstehe sie (auch jetzt noch).
Bitte, ich würde mir (vor allem mit ihren Mitteln) auch nicht den Verlobten von einer dahergelaufenen Amerikanerin wegnehmen lassen. Ihre Methoden waren zwar…innovativ, aber in ihrer Position und bei ihrer Familie war sie einer der glaubhaftesten Charas für mich.
Gut, so wie im Buch gegen Ende dargestellt worden ist, kann sie nicht gänzlich geistig gesund sein, aber ihre Stimmungsschwankungen hatten eine Erklärung.
Bei den anderen? Fehlanzeige.

Wo die Charaktere am Anfang noch vielversprechend klangen, wurden sie gegen Mitte und Ende immer fadenscheiniger und unglaubwürdiger. Außerdem störte mich die rosarote Darstellung der „perfekt aussehenden“ Charaktere.
Emily und Luca waren so perfekt, so wunderschön….und mir einfach too much.


Die Schreibweise


Das Besondere am Buch ist eindeutig der Wechsel der Perspektiven nach der Hälfte. Die erste Hälfte liest man aus der Sicht von Emily und die zweite aus Sicht von Luca.
Spannendes Experiment, was die Autorin versucht hat und es ist gelungen.

Die Schreibweise konnte mich einnehmen. Locker, leicht und toll zu lesen, schade, dass die Handlung mir so gar nicht zusagte.


Das Ende


Keine Sorge, ich verrate schon keine pikanten Details.
Einzig, dass ich es schon viel zu lange vermutet habe und es dann GENAU SO eingetroffen ist.
Schade, ich liebe den Überraschungsmoment *.*
Außerdem fand ich es am Ende viel zu „einfach“.
Wie sag ich das jetzt, ohne zu viel zu verraten?
Es passiert etwas und Ende. Epilog. Das war’s.
Überstürzte Flucht, schlimme Pläne und plötzlich ist alles im Reinen? Ähmm…der letzte Teil kam mir einfach viel zu simpel vor, vor allem, weil die Pläne der „Bösen“ anders ausgesehen hätten und nur, weil es anders kam, geben sie klein bei?
Unwahrscheinlich…

Ich habe etwas gänzlich anderes erwartet und das merkt man meiner Rezension sicher an.
Die Schreibweise ist – trotz übertriebenen Liebeskitsch – absolut gelungen und angenehm zu lesen. Auch der Perspektivenwechsel war gut gewählt, aber wenn Handlung und Charaktere für einen nicht passen, dann kann selbst dieser Punkt nicht viel ändern.

Die Thematik war einfach nicht mein Fall. Dann noch die naiven Charaktere mit ihren – für mich – übertriebenen Liebesturteleien.
Aber wie schon gesagt, mir sagt das Buch nicht zu, denn die Bewertungen allgemein zu „1000 Brücken und 1 Kuss“ sind großteils sehr positiv. Ich hab einfach etwas anderes erwartet, aber wenn jemand die Thematik gefällt wird mit dem Buch seine Freude haben.

Von mir bekommt es jedenfalls nur 2 von 5 Federn und die bekommt das Buch wegen dem gelungen Einstieg + tollen Schreibweise.
Echt schade.


Ich möchte mich ganz herzlich bei NetGalley und Impress für die Bereitstellung des Leseexemplares bedanken!

1 Kommentar:

  1. Hallo Tiana,

    hmm ich kann deine Gedanken verstehen - mich hat das Buch auch nur bedingt überzeugt und genau wie du hörte ich vorher so viel Gutes. Schade, aber ich kann es wirklich nachvollziehen, wieso du nur 2 Federn gegeben hast. :( Ich weiß noch nicht, wie ich es letztendlich bewerten werde, aber es wird ebenfalls keine Empfehlung werden.

    Alles Liebe,
    Anna

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