[Rezension] Nachtkrähen




Nachtkrähen

Autor: Nora Melling
Verlag: Books on Demand
Seitenanzahl: 392 Seiten
ET: 18.01.2016
ISBN: 9783739228624
Quelle









Gute Idee, deren Umsetzung mich nicht fesselnd konnte. Lange Zeit passiert kaum etwas und dann plötzlich alles auf einmal. Schade…

Als Hanna sich bei Sonnenuntergang in einen schwarzen Vogel verwandelt, erschrickt sie zu Tode. Der geheimnisvolle Nicolas nimmt ihr die Angst und zeigt ihr, was es heißt, eine Nachtkrähe zu sein. Gemeinsam mit ihm stiehlt sie sich heimlich aus dem Fenster und fliegt durch den Himmel, schwerelos und frei. Doch ihr neues Leben ist gefährlich. Schwer bewaffnete Krähenjäger bedrohen sie auf ihren Streifzügen durch die Nacht und Hannas Furcht kehrt zurück, stärker als je zuvor. Denn von dem Moment an, an dem sie sich verwandelt hat, ist auch Hanna eine der Gejagten. 




Am Tage Mensch, in der Nacht Krähe.
Alleine die Idee mit den Gestaltenwandln in eine Krähe fand ich schon toll. Ich meine Krähen sind großartige Geschöpfe. Sie sind mystisch, unglaublich intelligent und bekommen viel zu oft die Rolle des bösen Handlangers aufgeschwatzt.
Wer braucht noch einen Werwolf, wenn es Krähen gibt *grins*

Wenn ich eine Krähe wäre, dann…
Ich würde fliegen. Immer und immer wieder.
Fliegen ohne die Umwelt zu verschmutzen (ja ^^, da spricht der Umweltaktivist aus mir). Fliegen, ohne Technik. Das wäre der Wahnsinn!
Oder…?

Anscheinend nicht, denn als Hanna sich plötzlich als Krähe in ihrem Zimmer wiederfindet, droht ihre Welt zusammenzubrechen. Versteht mich bitte nicht falsch, im ersten Moment wäre ich auch schockiert und würde die Welt nicht mehr verstehen, aber irgendwann würde ich damit abschließen und meinen neuen Zustand zu meinem Vorteil nutzen.
Hanna jedoch ist von ihrem neuen Wesen gar nicht begeistert, denn sie will ihr altes – langweiliges – Leben nicht verlieren. Sie hat sogar Angst, dass ihre Freunde sie verlassen würden, wenn sie die Wahrheit über ihr am-Tage-Mensch-in-der-Nacht-Krähe-Dasein erfahren.
Hanna lebt in einer Traumwelt. Vor diesem Ereignis lebte sie in ihrer rosaroten Blase und wurde von allem und jedem beschützt. Ihre Eltern behandelten sie noch mit 17 wie eine 7 Jährige. Ihr Freund traut ihr nichts zu. In den ersten Seiten kam sie mir wie ein Püppchen vor, dass sich alles gefallen lässt, da sie der Meinung war, dass andere besser für sie bestimmen können.

Doch dann kam Nicolas...
Nicolas, der gutaussehende, Bad Boy. Nicolas, die Nachtkrähe.
Ach…wäre Nicolas nicht schon im ersten Moment so auf Hanna fixiert gewesen und hätte er nur ein wenig weniger auf „sie ist mein Mädchen“ gemacht, hätte ich das Buch viel lieber gelesen. Es war mir einfach zu viel. Er, der Aufreißer, der nichts anbrennen lässt bis eben das blonde Püppchen Hanna vor ihm steht und um ihn war es geschehen...

Das klingt jetzt alles so harsch, also ob ich keine Freude mit dem Buch gehabt hätte, so ist es nicht. Die Geschichte faszinierte mich, aber im Großen und Ganzen passierte nicht viel.
Die ersten 70% des Buches kämpfte Hanna mit ihrem neuen Wesen und mit ihren zwei Kerlen.
Ihr ständiges hin und her, reizte meine Nerven, denn kaum war ihr Freund – Ivo – nicht da, war Nicolas der Eine und ihr Halb-Krähen-Dasein nicht so schlimm. ABER wehe es war andersherum, dann war Ivo wieder ihr Anker in der stürmischen See und Nicolas der Böse, immerhin hat er ihr Leben zerstört. *ufff*

Die Schreibweise war einfach gehalten und die Seiten gingen schnell zu lesen.
Doch mir fehlte die Verbindung zu den Charakteren. Entweder sie waren nur kurz skizziert oder ich fand sie unsympathisch. Vieles blieb im Dunkeln und das Ende, wo endlich mal etwas passierte, ziert einen Cliffhanger, der einem mit vielen, vielen Fragezeichen zurücklässt.

Eine wundervolle Idee, deren Umsetzung mich nicht gänzlich überzeugen konnte. Die Charaktere sind undurchsichtig oder haben Charakterzüge, die mir gar nicht zusagen. Dann gab es noch eine Dreiecksbeziehung, die nicht überzeugen konnte.
Ich gebe es zu, ich habe mich viel zu sehr auf das Krähen-Ding eingeschossen und daher viel zu viel erwartet. Umso bitterer ist es, dass die Enttäuschung so groß ist.
Ich habe das Buch im Zuge einer Leserunde auf Lovelybooks gelesen und weiß, dass ich eine der wenigen bin, die so über das Buch denkt.
Es hat mich nicht überzeugt, da ich beim Lesen immer sehr auf die Charaktere achte und diese mich nicht für sich einnehmen konnten. Ich gebe dem Buch 2 von 5 Federn, da es eine gute Idee beinhaltet, mich aber die Umsetzung und auch die Charaktere nicht überzeugen konnten.


Ich möchte mich bei Nora Melling für das Leseexemplar bedanken!


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