[Rezension] Eine Letzte Berührung vor der Ersten


Anstrengende Hauptperson. Klischeehafte Handlung, ABER trotzdem hat das Buch etwas! Es war packend, fesselnd und unglaublich gefühlvoll! Ich konnte es nicht aus der Hand legen, es ging schnell von der Hand und auch wenn ich viel zu Bemängeln habe, ist es dennoch sehr lesenswert!


Was, wenn das Leben dir plötzlich einen Schubs gibt und du dich in den Armen von jemandem wiederfindest, den du längst vergessen hast? 

Derzeit wohnt Paige mit ihrem äußerst attraktiven Mitbewohner Adam im Norden Londons. Sie führt ein erfülltes Leben, wäre da nicht ihre Mutter, die ein Faible für Verkupplungsversuche hat und dazu sehr skurrile Männer aufspürt. 
Im Grunde ist Paige gar nicht auf der Suche nach Mr. Right. Doch dann kommt es zu einer Begegnung, die sie nicht mehr loslässt! Paige setzt alles daran, dieser Person aus dem Weg zu gehen. Bis sie eines Tages einen Anruf erhält, der sie eine Erste und Letzte Berührung erfahren lässt.

Die Autorin schrieb mich an und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, das Buch zu lesen. Den Klappentext fand ich packend, die Leseprobe hatte mich dann gänzlich überzeugt:
Gefühlvoll, Gänsehaut bringend und absolut angenehm zu lesen.

Jetzt, nach dem Lesen habe ich zwar einige Mängel, aber dennoch, irgendetwas hatte das Buch, das ich es binnen kurzer Zeit ausgelesen habe und nicht vergessen kann.

Etwas, das mich einfach nur viel zu oft nervte war unsere liebe Hauptprotagonistin Paige. Paige war...*argh*, anders kann ich es nicht sagen. Sie widersprach sich ständig selbst, sagte, dass andere egoistisch sind, tut aber im selben Moment etwas Egoistisches. Kurz: Paige war echt.
Hört sich das jetzt merkwürdig an?
Aber wenn wir ehrlich zu uns sind, sind wir denn anders? Wer behauptet von uns, dass er nicht oberflächlich ist und doch würde er auf einer Party keinen Typen ansprechen, der nicht ins „eigene Beuteschema“ passt?
Paige sagte laufend, dass sie nicht oberflächlich ist, aber sie beschrieb dafür viel zu oft und zu genau ihren Gegenüber. Am Anfang fand ich das noch extrem nervig und anstrengend, aber das lag daran, dass ich mich an mich selbst erinnert fühlte, denn ich checke die Leute auch immer ab (zwar unbewusst, aber ich tue es) und behaupte doch auch, dass ich nicht oberflächlich bin (okay, früher, denn seit ein paar Monaten bin ich so ehrlich zu mir selbst, als das ich das noch behaupten kann). Paige war nicht immer leicht, aber sie war eben eine Person, die man um jede Ecke antreffen kann. Sie war nicht perfekt, eine Heldin oder handelte immer Richtig, aber sie war echt. Sie war unperfekt und das machte sie authentisch und wirklich.

Die Handlung selbst war oft ziemlich klischeehaft und auch wenn ich mich oft fragte, warum ich mir so ein Buch zum x-ten Mal antue, gab es viel zu oft Momente und Szenen, wo ich die Seiten verschlang und nicht mehr aufhören konnte. Das Buch hat einfach etwas. Ich kann das was einfach nicht benennen, aber diese Mischung aus Klischee, imperfekte Charakter und Besonderheit faszinierten und fesselnden mich an das Buch!

Die Schreibweise war einfach, flüssig wie auch manchmal stockend. Das Buch ist eben von einer Indieautorin und das liest man auch, aber es ist gut, wie es ist. Bitte glaubt jetzt nicht, dass ich abwertend gegenüber Selfpublisher reden will, denn ich bewundere ihren Mut und liebe viele ihrer Bücher, aber man merkt einen unterschied. Und den liest man auch hier. Das Buch ist eben einfach geschrieben, es wurden manchmal unvorteilhafte Sätze gebildet (zwar richtige Grammatik, aber eben unvorteilhaft), aber  es war ebenso unglaublich gefühlvoll formuliert. Viel zu oft hatte ich Gänsehaut, da mich Paige Worte tief trafen. Auch wenn ich wegen Paige viel zu oft mit dem Kopf geschüttelt habe, bei diesen gefühlvollen Momenten war mein Frust ihr gegenüber vollständig verflogen.

Einen letzten Wehmutstropfen habe ich noch:
Das Ende.
Es ist geschlossen. Es ist eben ein Ende, aber da ich sehr wählerisch beim Ende bin, muss ich einfach zugeben, dass ich das viel zu schnell fand. Das Ende wirkte so, als ob N.G. Koch das Buch jetzt beenden wollte und auf die Schnelle einen Schluss brauchte. So kommt es mir vor und doch blieb meine Bewertung dem Buch gegenüber die Selbe, denn das Ende passte, auch wenn es mir nicht recht gefiel, es passte einfach.

Ein wundervolles und gefühlvolles Buch einer Indieautorin! N.G. Koch ist der perfekte Beweis, dass die Imperfektion von Charakteren nicht nur für den Leser nervenaufreibend ist, sondern, dass genau das ist, was die Personen so authentisch wirken lassen. Paige war oft genug sehr anstrengend, aber dann war sie wieder so echt und da konnte ich sie einfach nicht nicht mögen.
Die Schreibweise war zwar einfach, aber unglaublich gefühlvoll. Leser, die gerne mit den Protagonisten mitleiden und mitfühlen werden dieses Buch mögen.
Das Ende war mir zwar viel zu stressig und aufgesetzt, aber es passte eben.
Das Buch hat mir viele Nerven gekostet, aber aus der Hand legen war unmöglich. Es war anstrengend und fesselnd zugleich. Die Charaktere waren toll und unmöglich zeitgleich. Das Buch war einfach eine Besonderheit, da es die Wirklichkeit perfekt auf die Seiten projizierte und dem Leser einen tollen – und leider auch viel zu wahren – Spiegel vorhielt!
Ich gebe dem Buch 4 von 5 Federn, da ich zwar viel zum Aussetzen hatte, aber es mir auch wundervolle Lesestunden geschenkt hat!


Ich möchte mich bei N.G. Koch für das Rezensionsexemplar bedanken!

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