[Rezension] Last Chance


Ein Buch über Höhen und Tiefen. Gefühlschaos und Entscheidungen. Vertrauen und Furcht. Angenehme Schreibweise. Interessante Idee. Teilweise etwas fragwürdige Hauptprotagonistin. Ich mag’s :D


Eine neue Wohnung, ein neues Leben. Als Antonia in ihre erste eigene Bleibe zieht, scheinen ihr alle Möglichkeiten des Lebens unendlich nah und unendlich greifbar zu sein. Aber dann trifft sie auf ihren Balkonnachbarn Matze und nichts ist mehr, wie es war. Matze und Antonia. Sie sind wie Licht und Dunkelheit, Zeit und Raum, Osten und Westen. Unterschiedlicher könnten zwei Menschen gar nicht sein und doch sind sie ohne den anderen bedeutungslos, nicht existent. Als sich ausgerechnet die Schatten ihrer beider Vergangenheit zwischen sie stellen, liegt es ganz allein bei ihnen, ihr Leben zu entwirren und ihre Chance zu ergreifen. Aber nichts ist so einfach, wie es aussieht…

Ein Debütroman, der schon mit Gegensätze beginnt:
Perfekt für mich!
Ich liebe Chaos. Ich liebe Missverständnisse. Und ich liebe Gegensätze.
Also dachte ich mir: Ran ans Buch!

Zwei Menschen wie Tag und Nacht wohnen plötzlich nebeneinander.
Die unscheinbare und wortkarge Antonia trifft auf den selbstbewussten und gefühlskalten Matze.
Interessante Kombi, die wirklich eine Sogwirkung auf mich hatte. Es war spannend, fesselnd und bescherte einem Herzrasen.

Antonia ist 21 Jahre jung und möchte endlich auf eigenen Beinen stehen. Sie zieht in eine kleine Ein-Zimmer-Wohnung und versucht dort so normal wie möglich zu leben. Sie hat nur eben ein Problem:
Seit frühster Kindheit hat sie eine Sprachstörung, die es ihr nur stotternd ermöglicht mit Fremden zu sprechen.
Sonst ist Antonia auch noch furchtbar tollpatschig und zieht Katastrophen magisch an! Mit ihr wird es einem nie langweilig, denn wenn nicht gerade etwas passiert, dann punktet sie mit anderen Tollpatschigkeiten.
Ansonsten ist Antonia eine ziemlich angenehme Hauptprotagonistin. Das „ziemlich“ beschreibt ein paar ihrer Macken, die ich einfach nicht verstehen konnte (z.B. Rauch). Manchmal handelte sie auch sehr widersprüchlich, aber im Großen und Ganzem las ich das Buch gerne aus ihrer Sicht.

Matze ist wiederum 24 Jahre alt und schon sehr viel welterfahrener als Antonia. Er ist sarkastisch, aber dann sofort wieder abweisend und kalt. Er verbirgt ein Geheimnis, dass ihm von innen Auffressen scheint und doch will er niemanden an sich ranlassen. Seine Veränderung, so klein sie auch ist, ist interessant mitzuverfolgen. Außerdem gefielen mir die Kapiteln, die in seiner Sicht geschrieben waren sehr gut!

Die Schreibweise war angenehm, fesselnd und an den Charakteren angepasst. Antonias Ich-Perspektive hatte einen anderen Wortschatz zu bieten, als Matzes 3. Person-Einzahl-Perspektive. Es drehte sich zwar ziemlich um das Gleiche, aber die Umsetzung gefiel mir sehr gut. Es ist ein Buch, das über die Höhen und Tiefen des Lebens erzählt.

Das Ende des Buches war gut gewählt, auch wenn noch sehr viele Fragen offen sind, aber so freut man sich eben noch mehr auf die Fortsetzung, welche bereits im Dezember 2015 bei Impress erscheinen wird. Ich werde die Reihe jedenfalls weiterverfolgen, denn dieser erste Teil hatte noch ein paar Schwächen, aber im Großen und Ganzem war es wirklich toll zu lesen.

Ein faszinierendes Buch, das sehr passend und packend die Höhen und Tiefen des Lebens zeigt! Es punktet mit einer angenehmen Schreibweise, unterschiedlichen Charakteren und einem ansprechenden Inhalt. Ein paar Kleinigkeiten waren unschlüssig und verwirrend, auch war manchmal die Hauptprotagonistin etwas schräg, aber ich freue mich dennoch schon sehr auf Teil zwei, der im Dezember 2015 bei Impress erscheinen wird. Dieser wundervolle Debütroman erhält von mir 4 von 5 Federn.


Ich möchte mich bei Impress und Mara Breiter für das Rezensionsexemplar bedanken!

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