[Rezension] Schmetterlinge im Dunkeln


Klischee Idee mit großartiger Umsetzung! Großartige Charaktere! Humoristische Dialoge! Einfach zum Abtauchen schön!


Herzplatonisch – Sommerflattern – Patchworkliebe … Wie konnte ihre Mutter nur ohne Emma zu fragen mit einem neuen Mann zusammenziehen? Und ausgerechnet mit dem Vater von Emmas erklärtem Erzfeind Justus, einem Mädchenschwarm und Herzensbrecher. Noch ein Grund mehr ihn zu hassen – oder doch nicht?

Klar, die Idee ist schon etwas Klischeehaft:
Mutter verliebt sich in den Vater des Feindes ihrer Tochter. Neuer Freund der Mutter zieht ein. Tochter lernt ihren „Feind“ besser kennen.
Aber irgendwie ist es so...und doch anders. Emma ist anders und vor allem Janus.

Emma ist eine starke Persönlichkeit. Sie ist selbstbewusst, stark und besitzt eine große Portion Sarkasmus! Doch ist ebenso stur und bildet sich ihre Meinungen sehr schnell. Zu schnell vielleicht?
Sie war bis zu diesem „Vorfall“ mit ihrem Leben glücklich und muss jetzt erst einmal das Chaos in Ordnung bringen.

Janus ist genau der Grund für Emmas Chaos:
Beliebt. Mädchenschwarm. Gutaussehend.
Und der große Dorn in Emmas Augen. Blöd nur, dass Janus plötzlich anders erscheint, als Emma sich Mr. Perfect immer vorgestellt hat xP .

Es war interessant mitzuerleben, wie die Charaktere immer „realer“ wurden, denn bei Kurzgeschichten kommt das ja nicht immer vor. Aber Kerstin Ruhkieck schaffte es sowohl die Charaktere großartig auszuarbeiten als auch die Handlung nicht auf der Stelle treten zu lassen. Es gibt Höhen und Tiefen. Spannung und ruhigere Momente. 

Einen Charakter hätte ich jetzt fast vergessen:
Und dann dieser blöde Schmetterling! Ich glaube, ich nenne ihn ab sofort Tiberius. Ein blöder Name für ein blödes Flattern. Zum Glück ist Tiberius Einzelgänger, und wie lange kann die Lebenserwartung von diesen Viechern schon sein?“ [Zitat Seite 20 von 69]
Tiberius. Emmas ungewollter Bauchschmetterling bringt Emma oft genug dazu Dinge zu sagen bzw. zu denken, die den Leser einfach nur zum (laut) Lachen bringen. :D

Nicht nur die Idee ist locker, flockig, sondern auch die Schreibweise. Die Dialoge sind witzig und spritzig. Voller Ironie und Sarkasmus. Dauergrinsen ist definitiv angesagt!
Emma ist eine interessante Ich-Perspektive, einfach, weil sie teilweise so eingeschränkt denkt ohne es zu merken. Es macht Spaß mitzuerleben, wie sie über ihre eigene Sturheit stolpert. Wieder und wieder.

Einzig das Ende – und pardon – da bin ich immer sehr wählerisch war zwar zuckersüß, ging mir aber irgendwie zu schnell. Es fehlte mir einfach etwas.
Was?
Das weiß ich leider nicht, vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass ich die beiden noch nicht gehenlassen wollte.

Ein wirklich wundervolles, witziges und romantisches E-Shot aus dem Hause Bittersweet. Ich bin von den Charakteren überzeugt, der Idee und der Ausarbeitung. Ich freue mich schon auf mehr Werke von Kerstin Ruhkieck und gebe dem Büchlein 4,5 von 5 Federn! ;D


Kommentare:

  1. Und ich bin mal wieder die Einzige, die es nichtbmochte. xD Deine Rezension ist echt klasse und eigentlich mag ich jeden Punkt, den du genannt hast, sonst, aber irgendwie hat es bei mir doch nicht geklappt. Ich schätze mal, mich hat gestört, dass Emma und Justus praktisch Geschwister sind und solche Bücher funktionieren für mich gar nicht. Wie stehst du denn zu solchen Büchern mit Beziehungen zwischen Geschwistern? =)

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    1. Naja...sie sind ja nicht "wirklich" Geschwister. Immerhin sind sie nur Angeheitert...das stört mich solchen Büchern nicht. Einzig, wenn die Beziehung innerhalb Cousinen und Cousins sind...das finde ich schräg (wenn ich da bloß an meine Verwandten dachte - zitter - unvorstellbar), aber bei solche, die wirklich nicht schon seit Klein auf als "Geschwister" leben ist es halb so wild...die Eltern würden wohl um den "Ruf" besorgt sein (sagt man das so), weil es vermutlich nicht gerne gesehen wird...aber hej...stören tut mich sowas nicht xP

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    2. Das finde ich echt interessant. Kennst du zufällig Forbidden? Das geht es auch um die Liebe zwischen Bruder und Schwester und das ist eines der wenigen Bücher, das ich vor meiner LB-/Blog-/alles Mögliche-Zeit abgebrochen habe. Vielleicht liegt das an der Gesellschaft oder daran, dass ich selbst einen Bruder habe (und mit ihm eine BeziehunG? Nein, danke.), aber für mich ist das doch ein ziemliches Tabu. Und das "angeheiratet" ist da anscheinend schon zu nah dran, denn ich hätte auch nicht erwartet, dass mich das so stören würde. =)

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    3. Ich hab von dem Buch gehört, aber bei leiblichen Geschwistern finde ich das auch nicht so prickelnd. Ich hab zwar eine Schwester, aber...ähm...neee.
      Ich glaube ich habe es zu deutlich eingetrichtert bekommen, was passiert, wenn man ständig in der Verwandtschaft heiratet *hust* Habsburger *hust*

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